der reiher wacht über die spitze
verschlägt es doch den menschen her recht oft
davon zeugen bierflaschen und zigarettenstummel
bei meinem kurzen bummel
über steiniges geröll —
links und rechts ein brüchig ufer
nahe bei der dunklen flut
die keine ebbe kennt
zum glück
denn so kann ich hier länger sein —
könnte es, sollt’ ich ergänzen
denn weitere stunden muss ich schwänzen
fast vierzig grad im schatten
künden es schon an
es wird heut’ noch gewitter geben —
die luft steht still
und trägt den sauerstoff nicht mehr
ist kaum ein unbekümmert atmen
möglich hier am schwülen abend —
geräusche sind hier träge
gerüche hängen im gestein
sirenen heulen auf
und bahnen sich den weg
hier über brücken —
was mach’ ich hier
im hellen abendlicht
ist es wegen des gedichts —
such’ ich die frische von gestanden wasser
die ruhe inmitten dieses flusses
der grenze ist
in einer stadt
die viel zu sagen hätte
doch lieber schweigt —
das liegt nicht an den heißen graden
nurmehr an heißen köpfen
von diesen beiden lagern
die sich kaum etwas noch zu sagen haben —
und nur danach sich sehnen
dass endlich nacht wird
mit gewitter
mit stürmen und mit grausen —
endlich selbst erleben
was nur gefürchtet von der einen seite
was heiß ersehnt von rechts und dann —
zu wünschen
das rad zurückzudrehen
zu jenen zähen sümpfen
die auszutrocknen einst
versäumt man hat —
ich packe meine fahrradtasche aus
und lasse hier vor ort:
die farbe blau im elbenfluss
braune parolen unter der graffitibrücke
mein echo auf den glattgeschliff’nen steinen
und hier und da
ein kleines freundlich wort.
© Dominik Alexander / 2023