das allegorische am krieg

heut heult der wind an jeder straßenbucht
verbucht als wetter
dem wir uns stellen
das wir ertragen müssen
hinnehmen
was eben nicht zu ändern ist
und all das mit eig’nen händen schaffen
was in uns wächst
und später dann erblüht
um and’re zu erfreuen
um unser sein mit ihren augen sehen zu können
verbindungen schaffen
die durch die sinne erst entstehen

kim und putin in wostotschny

laut heult der bär von osten
und der schakal
der wie ein kugelfisch aussieht
antwortet mit krächzendem bellen
der bär ist alt geworden
der schakal
als habe er selbst
seinen großvater geklont
gegenseitig lecken sie sich das fell
und kraulen sich
wasweißichschon
versprechen sich gegenseitig waffen
denn der schakal will zu den sternen
während der bär
seinen wald erweitern will

sulla und archelaos in orchomenos

die geschichte dreht sich
ein krieg beginnt
ein krieg endet
immerzu gibt es tote
immer viel zu viele tote
auch in orchomenos
wo besonnenheit und taktik sullas
vielzahl und angriffslust archelaos’
schlug
ein milder frieden
des milden siegers
und eine überlieferte ansprache
gegen feigheit und fahnenflucht

hitler und mussolini auf dem obersalzberg

wer kennt nicht den sog des vorbilds
strahlkraft und aura des siegers
der marsch auf rom
ist jedoch nur kopie
wie schauspieler agieren beide in ihren rollen
der schnauzbart
und das betonkinn
beides in einem gesicht
wäre vorbote auf das ende der menschheit

das ende eines krieges
ist immer nur
beginn des nächsten
ressentiments bleiben bestehen
neue schaukeln sich auf
ein mann ist beleidigt
und zieht sein land in den abgrund
kleingeistige männer
beschwören die vergangenheit
verabscheuen die zukunft
und benutzen ihr volk.


        © Dominik Alexander / 2023
        © Tibor Janosi Mozes (image)

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