Sonnet #52: Kulturschock

Wir gehen auf in Stille und Bedacht
Vermissen nichts im schroffen Land der Berge
Denn niemand äußert Missmut und Verdacht
Bedroht uns nicht einmal ein übler Scherge

© Dominik Alexander / 2023

Im Knistern der toten Gräser

Am Abend zieht der Sturm herauf. Er wirbelt Gedanken durch die trockenen Gräser. Lässt sie sinken. Nimmt sie wieder auf und trägt sie mit sich fort.

© Dominik Alexander / 2023

Im Fußtaxi durch Stadtlandschaften

Der Mistelzweig des Lebens ist immer nur ein Atmen weit entfernt. Der Himmel spiegelt sich in deinen Augen. Und wo du bist, ist Ruh.

© Dominik Alexander / 2023

Gesammelt. Gejagt. Gehalten. Verzehrt

Wann ist der Mensch vom Sammler zum Jäger geworden?
Richtig: mit der Waffe in der Hand
Fand er, wie er auch ohne Verstand
Zur Krone der Schöpfung sich geriert

© Dominik Alexander / 2023

Das letzte Paradies

Die halbe Stunde war viel zu schnell vorbei. Ein besonderer Duft lockte die Schmetterlinge an ihre verborgenen Futterstellen. Sie stand wieder auf, ging von der Lichtung zurück zur Tür. Drehte sich noch einmal um. Beinahe traurig.

© Dominik Alexander / 2023

Spaziergang um den Großen Garten im Winter

Der Große Garten in Dresden ist dazu da, dass man sich in ihm an seiner Natur freut. Ihn zu umrunden, ist ein bisschen bekloppt. Trotzdem habe ich es gewagt und wurde nicht enttäuscht.

© Dominik Alexander / 2023

rosa schimmerndes gewölk

die vögel singen wieder
ihre lieder
am ententeich
schütteln ihr gefieder

© Dominik Alexander / 2023

Wutig und himmelsbunt

im grünen verblassen die menschenmassen
mein taubes gesicht rührt sich nicht
die stirne ganz heiß fragt er, wer weiß
über die zukunft bescheid sorgen und neid

© Dominik Alexander / 2023