Der rote Sheriff

Ich könnte dieses Stück als Parabel beginnen
Könnte sagen: Hier gibt es nichts mehr zu gewinnen
Denn der Wahlkampf ist längst beendet
Vor lauter Versprechungen ist jedoch kaum noch wer geblendet
Dennoch schwingen sich die Konservativen auf
Alte und noch Ältere beschwören zuhauf
Dass ein Ruck durch Deutschland gehen muss
Ja, Abschiebungen und Kriege schaffen Verdruss
Doch was sollen wir machen
Wenn sich die Blauen ins Fäustchen lachen?
Dann muss eben ein roter Sheriff her
Auch wenn er’s nicht halten kann, sein Gewehr
Dennoch muss er von seiner Kanzel drohen
Dass sich die Bevölkerungsschichten verrohen
Und er nun endlich etwas dagegen tut
Gebt mir nur etwas mehr Zeit und habt Mut
Euch mal nicht auf die nächste Straße zu kleben
Stattdessen einen bunten Teppich zu weben
Der aus Hoffnung, Gleichmut und Sprachlosigkeit besteht
Und unter dieser Last gar nicht mehr abhebt
Ins Land, wo Milch und Honig fließen
Wo den Männern keine Bärte mehr sprießen
Denn dort will der rote Sheriff mit uns hin
Auch wenn es keiner will: Es ist ein Gewinn
So spricht er aus seiner Wolke Sieben
In der sich Grüne und Gelbe längst bekriegen
Während die Blauen den Bodensatz durchwühlen
Um sich von der Klimaerwärmung abzukühlen
Und dann behaupten, es gäbe sie nicht
Am Boden gibt es nun mal kein Licht
Ist der neue Führer bereits geboren
Oder wird er demnächst auserkoren?
Der rote Sheriff wird es gewiss nicht sein
Dafür ist er auch körperlich zu klein.


        © Dominik Alexander / 2024
        © Marion Grimm (image)

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