Mit nach innen gerichteter Entschlossenheit

[Übersetzung aus dem Englischen]   Das Sauwetter blende ich an diesem Vormittag aus. Meine erste Fahrt führte mich von meinem Zuhause weg. Jetzt biege ich auf die lange Gerade des Großen Gartens. Ein gelber Leuchtpunkt im verwaschenen Grün, der stetig vorwärts strebt. Vor mir sehe ich nichts. Die Kapuze meiner Jacke fungiert als Scheuklappen. Sie beschränken mein Sichtfeld auf fünfundvierzig Grad, wo üblicherweise einhundertachtzig möglich sind. Eine Einschränkung, die mir allerdings aktuell gleichgültig ist. Denn ich bin fokussiert. Mein Blick ist stur nach vorne gerichtet. Immerhin habe ich erledigt, was ich erledigen musste. Jetzt muss ich nur noch nach Hause. Und später noch einmal raus. Doch da sind wir noch nicht. Erst müssen meine Sachen wieder getrocknet sein. Mein Arbeitstag beendet. Immer, wenn ich stur und fokussiert auf dem Fahrrad sitze, komme ich ins Nachdenken.

[Übersetzung aus dem Japanischen]   Hätte ich Asuka vorhin doch noch einmal zurückrufen sollen? Vielleicht hätte es dann nicht so geregnet. Doch der Regen ist schön. Er schmiegt sich durch meine Sachen hindurch kühl an meine Haut. Der Regen tut gut. Er lässt mich atmen. So anders als in Tokio. Die feuchte Schwüle vermisse ich nicht. Fokus, Masaru! Konzentriere dich auf deine Schritte. Auf den Rhythmus. Genieße den Regen. Und dann vergiss ihn.

[Übersetzung aus dem Englischen]   Wenn ich denke, vergesse ich den Regen. Manchmal vergesse ich sogar, dass ich auf dem Rad sitze und ungebremst in unnatürlicher Geschwindigkeit durch die Landschaft brause. Nur der Instinkt hält mich dann auf der Straße. Oder die Gewohnheit. Mein Bewusstsein fliegt dabei über mir, treibt ein wenig dahin.

[Übersetzung aus dem Japanischen]   Wenn ich nach Hause komme, ist Asuka bestimmt schon bei der Arbeit. Dann rufe ich sie noch einmal an. Bis dahin muss ich noch etwas schneller laufen, damit ich meine Emotionen kontrollieren kann. Damit ich ihr mit weicherer Stimme begegne. Und wenn es nur am Telefon ist.

[Übersetzung aus dem Englischen]   Kurz vor dem Abzweig sammle ich mein Bewusstsein wieder ein. Ich pflücke es aus der Luft und denke gerade daran, wie schön es ist, bei kühlem Regen hier so dahinzufahren. Kein anderer Mensch traut sich hierher. Und das ist beinahe noch schöner. Beides gehört natürlich zusammen, auch wenn beides kausal nicht wirklich zusammenhängt. Beides ist nicht untrennbar aneinander gekettet. Schließlich könnten andere Menschen diesen kühlen Regen auch mögen und gerade deshalb in der Park kommen. Oder umgekehrt.

[Übersetzung aus dem Japanischen]   Die Wut muss heraus. Der Atem muss flach werden, damit die Wut aus mir heraus kann. Es ist schön, wie ich meine Schritte dem Regen anpasse. So ist es, als würden wir im Takt laufen. Ohne einen anderen Menschen. Wo sind sie nur? Scheinbar mögen die Menschen hier keinen Regen. Schade.

[Übersetzung aus dem Englischen]   Ein anderer Mensch!

[Übersetzung aus dem Japanischen]   Ein anderer Mensch!

[Übersetzung aus dem Englischen]   Wie wenig Kleidung er trägt! In diesem Regen, dieser Kälte – dieser Einsamkeit. Ich würde frieren.

[Übersetzung aus dem Japanischen]   Meine Wut projiziert sich wie von selbst auf den Anderen. Wahrscheinlich sehe ich für ihn aus, als würde ich ihn verurteilen. Für seine leuchtend gelbe Kleidung, die seinen halben Körper bedeckt. Seine untere Hälfte verschmilzt optisch mit dem Fahrrad, mit dem er an mir vorüberfährt. Dann sind wir aneinander vorbei. Wahrscheinlich schaue ich schon wieder viel freundlicher. Doch ich muss mich weiter konzentrieren. Ganz heraus ist die Wut noch nicht aus mir.

[Übersetzung aus dem Englischen]   Und dieser entschlossene Gesichtsausdruck. Als hätte er heute noch etwas vor.


        © Dominik Alexander / 2024

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