es ist routine. es ist routine. es ist routine. rede ich mir immer wieder ein, um die nervosität abzuschütteln. ist es jedoch nicht. ist es nicht. wird es nicht. wird es nie. war es nie. war es doch. irgendwann, als es begann, war es neu. doch ich war nicht nervös. noch nicht. es gehörte zum programm, und ich hatte mir vorgenommen, dass mir das nicht mehr passieren wird. nie mehr. ich wollte diese gefühle nicht mehr. andere kommen. beinahe täglich. doch diese gefühle konnte ich aktiv von mir weisen. konnte sie nicht mehr an meinem leben teilhaben lassen. weil sie zu intensiv sind, wenn sie plötzlich und einem überfall gleich über einen menschen herfallen. weil sie sich dann nicht mehr kontrollieren lassen, wenn sie die mauer zum inneren sein und selbst erst einmal überwunden haben. wenn die maske fällt, ist es zu spät. doch bisher gehört zur routine, dass die maske noch auf meinem kopf sitzt. es ist eine eiserne maske, rundum geschmiedet, untrennbar verbunden. mit mir. die maske ist mein selbstschutz vor den gefühlen. vor der routine, die ich einst beherrschte. nun beherrscht sie mich. zu beginn brauchte ich die maske nicht. da war ich ebenso authentisch wie jetzt auch. doch jetzt brauche ich für meine authentizität die maske. die authentizitätsmaske, die auch mit gefühlen gerade noch so funktioniert. manchmal denke ich, dass auch du so eine maske trägst. schaue ich am ende auch nicht in dein gesicht, sondern auf eine maske, weil auch du etwas verbirgst, das ich nicht sehen darf? beide maskenlos zu beginn und jetzt rundum verschlossen?
© Dominik Alexander / 2026
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