gegangen bist du, in vollem bewusstsein zu gehen. warst du dir bewusst, wie viel liebe du hinterlässt? dass ein wort einem lieben menschen zu beliebiger zeit die tür hätte sein können, die aufzudrücken dir vielleicht bereits die kraft fehlte. ich kannte dich nicht, jonas, doch ich habe dich gefunden und zugleich die lieben worte deiner freunde. ein dicker fantasy-roman über den drachen eragon, der mir nichts sagt, liegt zu deinen füßen, eng in folie verpackt, damit dem papier die tränen des himmels nichts anhaben können, damit deine unsichtbaren finger die seiten weiterblättern können und du zurück in deine welt kannst, die dir bereits im leben viel mehr bedeutet hat. du hast viel zeit, um den roman zu lesen, jonas, nimm dir die zeit, genieße jede seite, lebe jeden einzelnen satz, spüre jeden buchstaben auf zunge und gaumen deines unsichtbaren mundes. und wenn du fertig bist, werden dir deine freunde den nächsten eragon zu füßen legen. jonas, ich wünsche dir, dass viele menschen dir kleine drachen schenken, sie zu deinen füßen, an deine ruhestätte legen. ein schlichtes holzkreuz mit deinem handgeschriebenen namen weist den weg, auf dem johannisfriedhof nah bei der straße, von der ab und zu die straßenbahn zu hören ist. doch viel mehr vogelzwitschern, grillenzirpen, das brummen von hummeln und bienen und ab und zu, wer ganz genau hinhört, das schnaufen des drachen eragon.
© Dominik Alexander / 2026