Was vom Tage übrig blieb —

— sind nicht nur die Zigarettenstummel in der Glasschale auf einem niedrigen Tisch; es sind vor allem die Eindrücke von Bildern und Gerüchen (Bautzner Senf!), die die Nacht ins Lebendige strecken – bis zum nächsten Morgen und darüber hinaus ;

— sind nicht die Sorgen der vergangenen Wochen, denn die haben sich in den Theaternebel begeben, haben nicht mehr herausgefunden. Und dann bin ich mit meinem lichtlosen Fahrrad durch die dunkle Nacht gedüst. Da haben sie mich nicht mehr gesehen ;

— sind die verschwommenen Gesichter, die gekünstelte Sprache, das Zittern der nahen Glieder, die glänzende nasse Haut, das Wasser, das sich irgendwann wieder die trockene Kehle hinunterrollt ;

— sind Bilder und Verlangen, belangloses Wünschen und sehnsüchtiges Streben ;

— sind Lebendigkeit und Vielfältigkeit.


        © Dominik Alexander / 2023

Thanks for sharing your thoughts!

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.