Wogegen wir sind, macht uns nicht aus

28.172 – so viele – oder eher wenige – Male wurde der Hashtag #niewiederistjetzt bereits bei Instagram geteilt.

Schlimm genug, dass wir uns mittlerweile wieder vehement gegen Faschismus, Rechtskadikalismus und Antisemitismus einsetzen müssen. Obwohl das doch selbstverständlich sein sollte. Nicht nur in Deutschland, sondern überall in der Welt.

Was wir jetzt erleben, sind auch längst keine Anfänge mehr. Die Radikalisierung der Gesellschaft, die Verrohung der Sprache, die Verhärtung der Fronten begann bereits 2014. Jetzt so zu tun, als wäre das ein Phänomen der vergangenen ein oder zwei Jahre, ist blanker Hohn und pure Heuchelei.

Aktuell sind die Demonstrationen für Demokratie auf deutschen Straßen sichtbar, laut und zahlreich. Was wir jedoch vor allem brauchen, sind Nachhaltigkeit, Zusammenhalt und Durchhaltevermögen. Bis zu den Wahlen, vor allem aber darüber hinaus.

Demokratie hat nichts mit Wohlstand und Verwalten der Verhältnisse zu tun. Im Gegenteil geht es um Teilhabe und Gestalten. Doch beides geht vom Volk aus. Jeder Einzelne kann und muss sich in die Gesellschaft einbringen. Denn das macht eine Demokratie aus.

Wofür leben wir denn sonst, als dafür, ein lebenswertes Dasein zu gestalten, füreinander einzustehen und den Schwachen der Gesellschaft zu helfen?

Es wird Zeit, endlich wieder FÜR etwas einzustehen, anstatt gegen etwas zu agieren. Ich weiß, reagieren ist immer leichter als selbst etwas zu generieren. Dass Demokratie leicht ist, hat aber auch niemand gesagt. Allerdings: gemeinsam wird alles leichter. Auch die Demokratie.

Deshalb: Mehr Positivität wagen. Blumen und Ideen auf die Straße. Für eine Demokratie, die nicht nur ein Wort ist.


        © Dominik Alexander / 2024

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