rauschhaft rollt das Geröll über die Rabatten
nachts schlafen die Ratten doch
poch auf Holz
schluck deinen Stolz herunter
spuck in die Elbe
beobachte, wie ein Teil von dir
in Richtung Hamburg treibt
und von da in die weite Welt hinein
schmeiß noch einen Stein hinterher
dann ist es gar nicht mehr schwer
sich einen Weg vorzustellen
den ersten Schritt gehen
der immer der schwerste ist
dann immer weiter
jeden Tag ein kleines Stück
irgendwo lauert das Ziel
treibend im Fluss ohne Berg und Tal
sich treiben lassen wird zur Qual
ohne Menschen, die die Mühsal teilen
die gern am Hiersein feilen
gemeinsam wird die Welt stetig kleiner
leider auch gemeiner
ohne Berge und Täler
gibt es weder Höhepunkt noch Tiefschlag —
was also willst du
das gute Schlechte
das schlechte Gute
zieh nicht so eine Schnute
wenn du an dein bisheriges Leben denkst
ohne Höhen und Tiefen
hast du dich für andere verrenkt
bis dir der Kopf in Bittbüßerstellung festgestellt schien
jeder hat seinen Spleen
an dir sieht jeder dein Wesen
dein Inneres nach außen verdrängt
für andere sichtbar
für dich selbst nicht mehr so sehr —
am letzten Tag ist der Rausch vom Anfang wieder da
nichts mehr ist klar
und das ist schön.
© Dominik Alexander / 2024
© Engin Akyurt (image)