ICH erdenke mir einen Anfang
Wo der Balkon zittert
Vom Grollen hinter den Bergen
Im jenseitigen Land
Fallen die Regentropfen auf die Schwingen der Schwalben
Die plötzlich verstummen
Und nur noch fliegen
Als rote Blitze in der Ferne
Erblassen lassen die Sterne
Die noch viel weiter weg ihre Kreise ziehen —
DU entdeckst den Baum auf der Höhe
Dahinter das Tal
Das mit dem türkisblauen
Oder türkisgrünen
Nur einen Schritt weiter
Und schon ist der Ton ein anderer
Gebirgssee den Spiegel bildet
Für die Wolken über den Köpfen
Die hier oben tiefer hängen
Beinahe kannst du sie greifen
Nicht mit deinen Händen
Doch mit deinen Schweißtropfen —
ER hebt die Lieder
Geweckt vom raschelnden Gefieder
Eines fliegenden Wesens
Er kann es nicht sehen
Hört nur noch den Wind —
SIE wollte schon immer den Wind sehen
Läuft eines Tages dem Grau hinterher
Bis in das Auge hinein
Dann kreist der Wind um sie her
Lässt sie in Ruh
Doch sich selbst nicht blicken
Dann schlägt er zu —
ES fällt ins Gebirge
Die Idee, hier sei jeder sicher
Der Sicherheit sucht
Würde sie finden
Was ist das überhaupt?
Sicherheit wovor?
Vor wem?
Vor was?
Das wolkige Grau zieht langsam voran
Kommt näher
Unausweichlich
Plötzlich ist das Tal ein Gefängnis
Eine Falle
Die Wege nach draußen sind abgeschnitten
Nach drinnen sowieso
Es ist ein Grauen
Denn es hat kein Gesicht
Es ist zum Fürchten
Denn es ist nicht greifbar
Unbegreiflich sowieso —
WIR wollen tanzen
Und sperren uns ein —
IHR klopft ans Fenster
Und kommt nicht herein —
SIE ziehen weiter
Und hinterlassen das Nichts.
© Dominik Alexander / 2024