Ich sage eigentlich immer erst einmal Ja

Die Fallhöhe ist stets außergewöhnlich hoch
Das muss man sich klar machen
Wenn man auf einen Berg steigt
Dabei nie hinunterschaut
Oder gar zurück
In die endlose Weite ohne Horizont
Und dann von oben
Endlich dort angekommen
Auf dem sogenannten Dach der Welt
Ins Schwindeln kommt
Erst mit dem Körper
Der Bewegung suggeriert
Wo gar keine ist
Später mit dem Geist
Der anderen weismachen will
Der ganze Mensch hätte es da oben sehr genossen

Ich sage eigentlich immer erst einmal Ja

Denkt er
Sagt jedoch etwas völlig anderes
Dann streicht er zuerst das Eigentlich
Dann das Einmal
Zuletzt das Erst
Übrig bleibt

Ich sage immer Ja

Das ist sein Motto
Die Gelegenheit ergreifen
Die Chance nutzen
Die Herausforderung annehmen
Den Berg besteigen
Mit dem Bungee von einer Brücke springen
(doch auf jeden Fall von einer
die nicht selbst in sich zusammenfällt)
Mit dem Fahrrad in die Mongolei
Als Pionier auf den Mars
(sollte das zu seinen Lebzeiten noch möglich werden)
Kreide fressen
Um die Stimme zu schonen
Das Rad reparieren
Sonst holen ihn die Teutonen

Ich sage eigentlich immer erst einmal Ja

Schreit er aus sich heraus
Als er auf dem Hochseil steht
Das gespannt zwischen zwei Felsen
Wartet auf seinen nächsten Schritt
Dabei erst tänzelt
Dann immer wilder schwingt
Bis es sich überschlägt
Bis es den Mann fallenlässt

Ich sage eigentlich immer erst einmal Ja

Winselt er auf dem Grund des klaren Sees
Hat sich treiben lassen
Nach dem Fall
Wollte ihn genießen
Wusste jedoch nicht
Was unter ihm ist
Hat Panik vorgeschoben
Der gnaze Körper war ein nasser Sack
Nicht vom Morgentau
Ihr wisst schon ganz genau …

Ich sage eigentlich immer erst einmal Ja

Was bleibt einem auch übrig
Wer wie er ins Leben geworfen wird
Hat gar keine andere Wahl.


        © Dominik Alexander / 2024

Thanks for sharing your thoughts!

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.