Regen fällt auf Asphalt

Das Nasse versickert nicht
In den schwarzen Poren
Der Gummiabrieb ist minimal
Ich gleite dahin
Durch ein Dunkel
Das sich soeben erst genommen
Was vom Tag übrigblieb
Die Lichter der Nacht
Sind zentriert
Sie türmen sich auf
Kulminieren in Sternen
Die an geschlagenen Nadeln hängen
Mandelduft hängt sich an meine Nase
Klettert in mich hinein
Ich muss da durch
Will nicht hin
Muss da irgendwie weg
Sonst verliere ich noch den Verstand
Das bisschen
Das mir blieb
Im Adventstrubel
Einmal nur
Wenigstens einmal ein heißes Getränk
Mit den Händen umklammert
Der Duft von warmem Apfel und Zimt
Umarmt mich
Säuselt ein Liebeslied in meine Ohren
Bringt mich wie von selbst zum Lächeln
Doch das ist nur ein Gedanke
Eine ideale Vorstellung
Fahre ich zum Weihnachtsmarkt hin
Setzt schon der Regen ein
Als hätte er auf mich gewartet
Dann glitzern die Lichter sogar
Auf dem Asphalt
Alles ist umsäuselt
Von Duft und Lichtern und Menschen
Wenn wir Glück haben
Ist aus dem Regen auf dem Asphalt
Morgen
Eine Eisdecke geworden.


        © Dominik Alexander / 2024

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