Gleichmut liegt über dem Wollen
Die Tat ist hier ein gänzlich anderes Format
Niemandem gilt es etwas zu beweisen
Denn über die Schneisen auf die Berge
Kommst du hier doch nie heraus —
In den Tälern ruht ein Sumpf
Den festhält, der sich hier verirrt
Jahrhundertealtes Wissen
Das nie verjüngt Gehirne düngt
Und sie verkalkt ins Abgestumpfte —
Gedanken sind erstickte Schreie
Das Würgen bleibt im Halse stecken
Selbst Schnecken trauen sich nicht anzuecken
Da oben thront das Gipfelkreuz
Der Blick ruht auf den nackten Füßen —
Ins Tal verirren sich die Greise
Erinnerungen hängen in den Wipfeln
An akkurat geknüpften Sisalstricken
Und zu den Moorleichen in den Sümpfen
Gesellt sich Hochmut mit goldenen Krücken —
Die Kauzigen kriechen durch den Staub
Lassen sich nieder auf ausgerupftem Gefieder
Die nackten Vögel schlagen ihren Takt
Mit Lederpeitschen auf Baumeswurzeln
Bis auch der letzte Mensch im Sumpf versunken.
© Dominik Alexander / 2025