Manchmal nehme ich mir vor
Nicht nachzugeben
Leben und leben lassen
Sind an sich nicht schwer
Die Ruhe einatmen
Das Bild vor den Augen steht still
Ein Idealzustand
Der leider schnell weiterrennt
Der Vogel fliegt
Die Autos hupen
Einen Fahrradfahrer aus dem Weg
Ein Kind auf seinem Roller
Im besten Fall
Wenn der Fahrer beide sieht
Meine Ruhe ist nur ein Augenblick
Wenn ich mich auf ein Bild konzentriere
Auf einen begonnenen Flügelschlag
Auf den Windhauch in den Baumkronen
Auf die Wolken am Himmel
Die nur durch meine Willenskraft
Für den Moment nicht weiterziehen
Leider muss ich dafür die Augen schließen
Geräusche dringen umso stärker an meine Ohren
Diese Stufe habe ich noch nicht erklommen
Dass ich auch den Lärm um mich ignorieren kann
Dieses unbestimmte Rauschen bleibt immer
Das einfach nicht mehr weggehen will
Die Fluten der Zivilisation sind einfach da
Lassen sich nicht mehr auflösen
Ruhe ist nur ein Augenblick
Nur ein Bild im Film des Lebens
Irgendwann hat jemand auf Play gedrückt
Seitdem läuft der Film ab
Wie das Leben abläuft
Immerzu vorwärts
Niemals zurück
Man kann höchstens ab und zu
Auf Pause drücken
Doch auch dann gibt es immer jemanden
Der weiterschauen möchte
Ein lückenloser Lebenslauf
Dokumentiert in einer Akte
Damit auch alles echt ist
Und nachprüfbar
Meine Ruhe ist nur ein Augenblick
Ein Wimpernschlag später
Ich versuche zu ruhen
Ist es mit der Ruhe vorbei
Jemand schlägt nach einer Wespe
Vertreibt sie von sich
Schickt sie zu mir
Ich spüre den Flügelschlag
Wind in meinem Haar
Dann spüre ich
Hitze auf meiner Haut
Die Sonne ist weitergezogen
Hat den Schatten verschoben
Von meinem Gesicht
Und meiner Ruhe.
© Dominik Alexander / 2025
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