Paddeln auf dem Kilimandscharo

Die Augen sind salzig verkrustet
Sie nur einmal zu öffnen
Machte mich blind —

Die Sonne ist heiser
Vom Auskotzen ihrer Gluthitze
Auf meine Haut —

Bröckchenweise schwillt mir
Das Denken an
Fällt vor meine Füße —

Nur leises Rauschen in der Ferne
Lässt mich bereits verzweifeln
Von meiner Sehnsucht —

Wasser floss einst
Am Bergmassiv entlang
Wir hören das Rauschen von einst —

Wo ist unsichtbare Bewegung
Von Tieren nur noch Knochen
Und eine Idee —

Ein Grab liegt in der Wüste
Die Wüste ist das Grab
Und wir bald seine Bewohner —

Einmal paddeln auf dem Kilimandscharo
Wieder Leben spüren
Und im Leben sein —

Eins werden wir auf andere Weise
Mit der Natur und dem Sein
Nichts mehr denken oder sehnen —

Wir wagen das Unbekannte
Trauen uns ungegangene Pfade
Hinauf in die Hölle —

Glut tropft ins Kerzenwachs
Sie löscht ein Licht
Und wälzt sich weiter —

Es bleiben Erinnerungen
An kühle Winter
Und frostig knirschenden Schnee.


        © Dominik Alexander / 2025
        © Squirrel_photos (image)

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