einmal noch wollen wir tanzen

du siehst mich. ich sehe dich. die morgenröte steht dir ins gesicht geschrieben. gleich musst du los. ich bleibe noch. mein körper. mein geist wandert hin, zerstreut sich in den morgen hinein, will bei dir bleiben. ich schaue dich an. deine augen werfen schatten zurück. ich kann nicht. dableiben. ich muss. fort. doch einmal noch wollen wir tanzen. das lassen wir uns vom morgen nicht nehmen. der uns immerzu trennt. weil wir uns einreden lassen, es müsste so sein. nur weil es gestern so war. und davor vor dem wochenende. das hat ja auch jemand festgelegt. irgendwann. und nun ist es selbstverständlich. dass wir am samstag die wohnung aufräumen. dass wir am sonntag ein bisschen länger schlafen. dass wir uns ein bisschen länger in die augen schauen. dass wir etwas weniger reden. weil es gar nicht nötig ist. berührungen sind nötig. mit den augen. mit den fingerspitzen. meine hand legt sich in dein haar und wir schauen gemeinsam in den morgen. die zigarettenrückstände vom nachbarn unter uns stören uns nicht. weil alles so ruhig und angenehm ist. man könnte langweilig sagen, wenn man das, was wir haben, nicht hat.


        © Dominik Alexander / 2026
        © israelbest (image)

Thanks for sharing your thoughts!

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.