einmal noch möcht ich ein bäumchen pflanzen
und jahre später mit freunden um seinen mächtigen stamm tanzen —
einmal noch möcht ich nicht an morgen denken
weil zukunftssorgen nur die sicht beschränken
auf das heute
auf das jetzt
jeder mensch ist nurmehr noch gehetzt —
einmal noch möcht ich etwas planen
ohne widerstände zu ahnen —
einmal noch möcht ich mich ehrlich freuen
über etwas getanes und es nicht nachträglich reuen —
einmal noch möcht ich unbefangen
daran denken
als wir uns einst vorurteilsfrei empfangen
als wir uns kennenlernten
ohne daran zu denken
was wir einst ernten —
einmal noch möcht ich die zukunft zukunft sein lassen
einfach miteinander sein ohne zu hassen —
einmal noch möcht ich nur das gute in jedem menschen sehen
und weniger gutes verstehen
muss es nicht gleich akzeptieren
doch darüber debattieren
wär schon gut
ohne vorgefasste wut —
einmal noch möcht ich für sophokles rufen
hey, du alter dramatiker
an deiner statt seh ich mich heut berufen
nicht mehr über die menschen zu klagen
sondern alle negativen gedanken zu verjagen —
einmal noch möcht ich mich freuen
wär doch alles gleich viel schöner.
© Dominik Alexander / 2026
© Udo Reitter (image)