Sachsen. Ein Schauermärchen – Caput V

Caput V

Geweckt von Krankheit und vom Kran
Beginnt der neue Tag
Der Himmel ist noch blauer heute
Ob das an gestern lag?

Ich habe doch gar nichts getrunken
Hat Corona mich ereilt?
Wenn, dann war es nicht von gestern
Oder hat sich sehr beeilt.

Die Welle scheint sich zu begeistern
Will wieder in die Presse
Der Gegenwind hat ihr gefallen
Das allgemeine Interesse.

Und hat doch eine Halbwertzeit
Nur noch von wenigen Tagen
Der Populismus ist hier laut
Die Leisen können nur noch klagen.

Als Friedensrichter seh’ ich hier
Wie Menschen sich gern streiten
In ihrem stillen Kämmerlein
In Online-Blasen gleiten.

Draußen sind sie still und friedlich
Wenn sie alleine steh’n
Als Masse doch kaum auszuhalten
Wenn sie spazieren geh’n.

Da helfen keine bunten Feste
Wenn dort nur all die Menschen sind
Die abgeschoben werden sollen
Laut blauem Hass, der blind

Sich wieder stürzt auf Opferlämmer
Um eig’ne Schuld zu ignorieren
Viel lieber zeigen sie mit Fingern
Um noch mehr Wut zu generieren.

Deshalb ist heute Abend wieder
Mein Friedensrichterzimmer leer
Denn wo kein Wille ist zum reden
Da fällt die Schlichtung schwer.


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        © Dominik Alexander / 2023

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