Sachsen. Ein Schauermärchen – Caput VI

Caput VI

Beim Dialog in Deutsch jedoch
Ist Zustrom riesengroß
Menschen woll’n sich integrieren
Wie schaffen wir das bloß?

Nicht nur mit Worten jedenfalls
Wer sie von Fremden abverlangt
Muss Wissen darum bieten
Sonst bleibt der And’re unbekannt.

Es muss ihm nicht erkläret werden
Wie er sich Schuhe bindet
Oder sich die Nase putzt
Er ist ja nicht erblindet.

Das Sprechen fällt ihm jedoch schwerer
Wenn jeder wegschaut auf der Straße
Und bei Hilfe suchenden Augen
In unverschämtem Maße

Nicht willkommen sich hier fühlt
Sondern fremd und ausgegrenzt
Und schließlich nur mit Seinesgleichen
Den Freundeskreis begrenzt.

So steht das Deutsche nicht allein
Integration ist einseitig nicht
Auch Heimisches muss sich bewegen
Sonst wird aus Dunkel niemals Licht.

Im Dialog entfaltet Mensch
Erfahrung, Wünsche, Wissen
Fehlt gegenseitiger Respekt
Fühlt sich der Neue nur beschissen.

Dann etablieren sich Gefühle
Die anfangs angedichtet werden
Jedoch nicht von Dichtern, Denkern
Sondern von Menschen mit Beschwerden.

Sie hassen Vielfalt unter Nachbarn
Sie woll’n sich nicht verändern
Im Urlaub wollen sie ihr Schnitzel
In allen fernen Ländern.

So lauf’ ich später zur Jungen Garde
Die ruhig liegt im Abendrot
Einzeln begegnen mir hier Menschen
Die lächeln, völlig ohne Not.


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        © Dominik Alexander / 2023

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