Sachsen. Ein Schauermärchen – Caput XII

Caput XII

Der Fachkräftemangel geistert umher
Doch nur in einigen Bereichen
Am liebsten würde ich selbständig sein
Doch wie kann ich das erreichen?

Ich schaue mich also weiter um
Nach festen Positionen
Auch heute wieder, es riecht nach Tournee
Und schwindenden Ambitionen.

Am Abend sitze ich im Café Rausch
Auf der anderen Seite der Stadt
Nach der Sommerpause lese ich wieder
Die Gesundheit ist etwas matt.

Es sind nicht viele Zuschauer da
Fußball und Hitze sind Konkurrenz
Für die Masse zählt leichte Bespaßung mehr
Ohne hohe Absolvenz.

Das Programm ist heiter und traurig zugleich
Ich lese jeden Text nur einmal
Andere sehen das offenbar anders
Und sagen sich: einmal ist keinmal.

Meist dreht sich alles um das Einst
Einige sind ichbezogen
Ich rezitiere Begegnungen im Zug
Und was mich dazu bewogen.

Das Tresenlesen ist Institution
Und stets für einen guten Zweck
Denn nach der Kür geht ein Hut herum
Danach sind nicht alle gleich weg.

Wer mag, kann sich noch unterhalten
Ich fahre kurz nach zehn
Heimwärts an der kühlen Elbe entlang
Ich könnte hier Sterne seh’n.

Wenn hier nicht so viele bekiffte Leute
Auf dem Radweg stünden
Was sie im Gras später noch hinterlassen
Das mag’ ich heut’ Nacht nicht ergründen.


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        © Dominik Alexander / 2023

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