Caput XV
Vernichten will das Schauspielhaus
So steht’s an seiner Pforte
Ist das das Motto dieses Tages
Bedenk’ ich meine Worte.
Denn für das Klima will heut’ steh’n
Die Jugend dann noch ein
Bisher ist nicht sehr viel zu seh’n
Ich sollte wahren meinen Schein,
Den schönen auf der warmen Brücke
Wo ich lange warte
Doch deutet gar nichts darauf hin
Was ich hier erwarte.
Die Polizei fährt nicht umher
Ausschließlich in der Ferne
Hab’ ich mich doch im Tag vertan?
Das hätt’ ich gar nicht gerne.
So lauf’ ich denn zur Brühlschen Terrasse
Und sichere mir einen Platz
In Erwartung eines großen Spektakels
Mit ordnungsmächtiger Hatz.
An der Straße sehe ich Absperrzäune
Zusammen abgestellt
Ich warte darauf, dass sie jemand aufreiht
Und werde dabei bloßgestellt.
Denn Touristen lauern überall
Mit gezückten Kameras
Mit ihren Selfiesticks erschlagen sie fast
Die eilige Civitas.
Als schließlich die Klimajugend naht
Begleitet von Polizei
Drei vorn und zweien hinten nur
Ist’s fast schon Narretei.
Sie sind laut und fordern auf
Sich ihnen anzuschließen
Ein paar Fahrradfahrer gehorchen sodann
Lasst uns das nachher begießen.
Das Dunkel machen sie später zum Tag
Sie feiern den Klimawandel
Betrunken, bekifft und selten allein
Ist das ein lohnender Handel?
Wir feiern, bis die Welt untergeht
Weil die Alten nichts verändern
Später sind auch wir dann alt
Und wollen nicht mehr gendern.
Ich hatte auf mehr Teilnehmer gehofft
Wie in anderen Städten
Doch das Klima ist in Sachsen bereits überhitzt
Hier gibt es nichts mehr zu kitten.
Der Widerstand ist schon im Untergrund
Und bereitet im Verborgenen vor
Einen geheimen Plan gegen die Übernahme
Durch das rechte Chor.
So sind die Kräfte hier anders gebündelt
Das rede ich mir ein
Und hoffe auf die Vernünftigen
Auf ihr Vorhandensein.
Caput XIV · Übersicht · Caput XVI
© Dominik Alexander / 2023