Caput XVII
Im Großen Garten spür’ ich nach
Was dieser Monat brachte
Bisher sind es nur Kleinigkeiten
Doch Optimismus sachte
Verbreitet sich in meinem Sehnen
Nach Ankunft irgendwo
Wo ich mich aufgehoben fühle
Und auch mal bleiben sowieso.
Der Tag war anstrengend genug
Schreibend in meiner Kammer
Grün und frische Luft genießend
Folgt dann doch der Hammer.
Das Carolaschlösschen lädt mich ein
Ich verschwende mein letztes Geld
Für einen irischen Kaffee
Und fühle mich als Held,
Nachdem das grausliche Gebräu
Genossen kann man gar nicht sagen
Mit Anstand hineingewürget hab’
Nochmal werd’ ich das nicht wagen.
Dabei gewahre ich ein Spiel
Das ich nicht gleich verstanden
Sie sehen aus wie eine Sekte
Menschen in weißen Gewanden.
Es scheint die jüdische Gemeinde zu sein
Ihr Gebet schallt über das Wasser
Diesseitige Bäume sind lila beleuchtet
Meine Sicht wird immer blasser.
Der Abend senkt sich herab ins Schilf
Es heulen die Kojoten
Ich stehe auf und lauf’ nach Hause
Überlass’ das Dunkel den Chaoten.
Sirenen heulen in der Nacht
Die Jugend tobt auf der Straße
Ich denke noch immer an die weißen Menschen
Ihre Inbrunst in hohem Maße,
Wie sie ihre Religion zelebrieren
Zu krächzendem Instrument
Ich sitze noch an meinem Schreibtisch
Und hätte die Schlafenszeit beinahe verpennt.
Caput XVI · Übersicht · Caput XVIII
© Dominik Alexander / 2023