Sachsen. Ein Schauermärchen – Caput XVIII

Caput XVIII

Der Morgen beginnt noch vor meiner Zeit
Verschlafen tappe ich ins Bad
Ich möchte heute was Gutes tun
Gemeinsam mit meinem Rad.

Der Oberbürgermeister liebt sein Veto sehr
Und nutzt es, wo immer er kann
Vor allem gegen den Radverkehr
Doch heute ist er dran.

Am Morgen blockieren wir die Brücke
Im Volksmund Blaues Wunder genannt
Wir sind fünfhundert und grün gekleidet
Die Presse stellt uns an die Wand

Im Nachgang zu diesem lauten Protest
Nur zweiundzwanzig Minuten
Haben wir die Autospuren besetzt
Da scheint der Magen zu bluten.

Die Demo ist jedoch legitimiert
Polizisten sind behilflich
Es ist ein friedlicher Protest
Der Diss ist ungegreiflich.

Denn niemand stört sich an den Wegen
Die Sicherheit würde erhöht
Für Autos und für Fahrradfahrer
Doch Herr Hilbert fühlt sich verhöhnt.

So erleben am Morgen ihr blaues Wunder
Autofahrer im Berufsverkehr
Allen hier gerecht zu werden
Ist doch nicht so schwer.

Dauert es noch mal zwanzig Jahre
Für zwei weiße Striche
Die erstmal provisorisch sind
Versetzt das so viele Stiche

Ins Herz der liberalen FDP
Und deren oberstem Herrn?
Sind Autos wirklich viel mehr wert?
Oder hat er uns einfach nicht gern?

So wie Kretschmer Linke für die Krätze hält
Und sich geriert wie ein Blauer
Macht korrumpiert; das wird an ihm klar
Oder braucht er’s noch genauer?

Am Nachmittag treff’ ich mich mit Grün
Für einen Nebenjob
Der richtige startet nächste Woche
Endlich läuft es – Gottlob!


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        © Dominik Alexander / 2023

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