Caput XXIV
Vielerorts ist’s ausgelagert
Das Fußballstadion der Stadt
In Dresden ist es mitten drin
Das haben viele satt.
Wenn dann am Sonntagabend hier
Noch Erzgebirge Aue spielt
Hat Barock nichts mehr zu melden
Erst recht, wenn Dynamo ein Tor erzielt.
Der Weg vom Bahnhof ist bepflastert
Mit hasserfüllten Sprüchen
Das ist, was sie Kultur hier nennen
Sie kommt mit strengen Gerüchen.
Betrunken kommen die Fans hier an
Sogar Mütter mit kleinen Kindern
Die Polizei gibt artig Geleit
Das kann den Verdruss nicht mindern
Wenn ich die glatzköpfigen Anhänger sehe
Und nationalen Stolz
Überall stehen Bierflaschen herum
Dreimal klopf’ ich auf Holz,
Dass der Aufstieg erneut nicht gelingt
Und sie in der Dritten bleiben
Nazis gehören nicht ins Oberhaus
Die muss man stets vertreiben.
Zunächst jedoch vertreib’ ich mich
Zum nahen Mosaikbrunnen
Gespenstisch ist es hier bei Nacht
Da erstarren selbst die Lungen.
Wer hier ganz nah ans Leuchten tritt
Zu blau und grünen Steinen
Das Wasser fällt hier laut und stetig
War das da ein Weinen?
Oder schleicht sich jemand an mich ran?
Licht gibt es hier nur
Für viel zu kurze Dämmerstunden
Es lebe die Natur.
Später hat Dynamo gewonnen
Ich weine mich in den Schlaf
Ich wälze mich hin; ich wälze mich her
Da hilft mir auch kein Schaf.
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© Dominik Alexander / 2023