Das sanfte Nieseln klopft mir sacht ans Fenster
Will zu mir rein
Doch lässt es sein
Mich gar zu sehr darum zu drängen
Von unten schallt ein kläffendes Gebell
Von draußen wird es gerade etwas hell
Am Abend klingt der Tag so langsam aus
Ich war heut leider nur im Haus
Hab nur geschrieben
Jedenfalls red ich mir das ganz gerne ein
Ich könnt’s ja bleiben lassen
Doch nein
Dann wär das Regnen draußen nicht so schön
Da draußen ist das Kino wie die Welt
Da draußen ist die Welt mein Kino
Nebenbei ess ich den Joghurt mit den Trauben
Ich kann noch gar nicht glauben
Dass Juli gar nicht mehr so lange ist
Die Welt verzückt sich in Gelächter
Und ganz weit draußen
Hinter diesen blassen grauen Schlieren doch
Da steht der feiste Pächter
Wetzt sein stumpfes Messer
Denkt sich
Einmal schaff ich das schon noch
Die Brandmauer reiß ich schon nicht ein
Ihr werdet schon noch sehen
Nächstes Jahr um diese Zeit
Labe ich mich an eurem Leid
Wenn der Osten immer noch in Flammen steht
Von Kanonen
Von touristischen Brandstiftern
Da kann dein bisschen Geniesel aber einpacken
So ist hier endlich mal was los
Darauf könnte ich jetzt reimen mit famos
Doch nein
Auch das lass ich lieber sein
In Schwermut packen lohnt sich nicht
Denn morgen soll’s schon wieder heiter sein
Wenn ich Glück habe
Nieselt der Regen noch mal kurz vorbei
Wispert leise:
Jeder halt auf seine Weise
Vielleicht klopf ich mal wieder an dein Tor
Das ist ein Fenster!
Ach komm schon
Du siehst ja schon Gespenster
Du musst nicht jeden korrigieren
Einfach mal ein Wort auch stehenlassen
Und sich lieber an der Luft dich freuen
Der klaren zwischen dir und dem
Dem du gerade angenehm
Das Wort nicht abgeschnitten hast
Sondern völlig ohne Hast
Das letzte Wort mal nicht gesprochen
So klingt das sanfte Nieseln nun noch nach
Zwischen zwei Menschen ohne Ungemach
Der Wortsalat löst viele Knoten
Sogar den Gordischen ohne Schwert
Wenn die Buchstaben aus der Suppe gelöffelt sind
Nun aber geschwind
Der Abwasch macht sich nicht allein.
© Dominik Alexander / 2023