Sie leben nicht mehr, wenn die Erde brennt

Die blütenreine Weste zieh ich mir nicht an
Wer kann schon sagen, wo und wann
Wir uns erneut begegnen werden

Auf einem ander’n Kontinent sind’s selt’ne Erden
Die alles menschlich Üble krönen
Mit ihren Töchtern und den Söhnen

An keine Zukunft hier mehr denken
Ihre Länder können sie nicht selbst mehr lenken
Sind angewiesen doch auf Gnade

Aus dem Norden dröhnt die gleiche Ballade
Wie schon seit viel zu vielen Jahren
Mit Versprechungen, den halbgaren

Wirtschaftshilfe wird es gern genannt
Dabei braucht es Autonomie, das Land
Und keine autokratische Korruption

Die frisst sich jedoch durch Jahrtausende schon
Die Menschheit wird einfach nicht satt
Das hab’ ich auch und bin ein wenig matt

Mein König hat das Brett verlassen
Die Reiter springen durch hohle Gassen
Die Türme sind hier längst geschliffen

Vor allen ander’n haben die Bauern begriffen
Das Schweigen uns nicht weiter bringt
Lauter schreien, bis uns gelingt

Die Tyrannei zu übertönen
Lasst die Autonarren gerne stöhnen
Sie leben nicht mehr, wenn die Erde brennt

Das kleine Kind mit der Mutter rennt
Wohin nur, wenn sie die letzten sind
Komm, sag es mir geschwind.


        © Dominik Alexander / 2023

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