wenn ich also heute beginne
oder eher morgen
heute ist nicht mehr lang
dann muss ich schließlich noch ins bett
schlafen
träumen vielleicht
kreativ sein mit geschlossenen augen
schlafwandle ich vielleicht
nach draußen durch die wohnungstür
und mit dem schlüssel der nachbarin zu ihr hinein
sie ist gerade in ägypten
der schlüssel liegt für eine woche bei mir
damit ich bei ihr lüften kann
die alten wände tragen zu viele gerüche in sich
das muss raus
soll ja nicht bleiben
der wind kommt von draußen herein
nimmt ein paar gelbe blätter mit
weht sie gegen das glas
die sperre ist für diese spezies immer noch wirksam
mein text baut sich auf wie ein weihnachtsbaum
bald schon kann man die stadt nicht mehr betreten
vor lauter lichtern
glitter
kaufsüchtigen menschenmassen
die für ein paar wochen
ihre spaziergänge vergessen
stattdessen konsumieren
von dem geld
das sie doch gar nicht besitzen
zu hause schwitzen sie an der heizung
die viel zu hoch gedreht
das gesparte geld vom sommer verbrennt
wer rennt da noch durch die nacht
um halb drei in der frühe
keine kühe jedenfalls
ich jedoch geb mir mühe
mich nicht auszuarten
es genügt bereits
wenn ich mich aushalten muss
zuweilen die kopfschmerzen am mittag
wenn lesen zur tortur wird
dann will ich nach draußen ins stürmen
mich an den türmen entlangschleppen
den adretten
ihnen zuwinken
also den kühen
die trotzdem nur dastehen
glotzen
nicht einmal motzen
nur käuen
also wider
mit seinem gefieder
ist der vogel zwischen den regalen verloren
war dennoch auserkoren vom schwarm
ins innere sich zu verirren
rein zum vergnügen
denn vögel haben keine pläne
die sie nicht aufschieben könnten
doch was will ich eigentlich sagen
was schreibe ich hier
bleib doch bei mir
mein gedanke
und fliege nicht weiter.
© Dominik Alexander / 2023
© Volker Glätsch (image)