Zwischen den Jahren

Die Straßen sind beinahe leer
Das Atmen fällt noch etwas schwer
Am kalten Morgen nach den Tagen
Über die Familien ständig klagen
Das Weihnachtsfest ist voller Stress
        And now I have to clean this mess
Seufzen Frauen, Land hoch, Land runter
Doch Männer sind schon wieder munter
Sie gehen mit den Hunden Gassi
An mancher Ecke liegt ein Assi
Trunken noch vom festlichen Rausch
Verdammt sei er in Bogen und Bausch
Die Straßenbahn lässt auf sich warten
Gegenüber warten im kahlen Garten
Russische Saatkrähen auf magere Beute
Was ist das für ein Tag nur heute
An dem ich an der Haltestelle stehe
Neben mir nur Trübsinn sehe
Es muss wohl zwischen den Jahren sein
Eine Zeit, so fürchterlich allein
Eine Woche, die nirgends dazugehört
Und dabei alles um sich verstört
Fährt die Bahn heute etwa nicht?
So abseitig vom Ianus-Gesicht
Das alte Jahr ist längst vergangen
Das neue hat noch nicht angefangen
Wer konnte nur auf den Gedanken kommen
Hat den Kalender in die Hand genommen
Diese Woche dem alten Jahr zugeschanzt
Da hat es sich aber ausgetanzt —

Nächstes Jahr arbeite ich zwischen den Jahren nicht mehr
Dann klappt’s vielleicht auch wieder mit dem Verkehr.


        © Dominik Alexander / 2023
        © Iren (image)

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