Regnet es oder sind das nur die stummen Schreie deiner Seele?

Manchmal   lachen wir aus Protest gegen den Alltag
Dann laufen wir wie verrückt durch den Garten hinter dem Haus
Spielen mit Vögeln und Katzen
Klauben etwas Restschnee aus Schneemännern zusammen
Bewerfen uns mit weißem Wetterphänomen —

Manchmal   kann ich gar nicht mehr sagen
Ist es schon der Wahnsinn, der unsere Augen erleuchtet
Der unsere Herzen weitet
Der unserer Kreativität Flügel verleiht?

Manchmal   regnet es in den trockenen Asphalt hinein
Dann schlagen sich die hochhakigen Schuhe kurz und klein
Der Unmut über das Nass sagt: ich brauche das
Gerade eben nicht —

Manchmal   muss man aus dem Leben zurücktreten
Einfach schon um acht ins Bett und den nächsten Tag erträumen
Überschäumen vor lauter Schläfrigkeit
Die ins hölzerne Schnarchen übergeht
Doch das eigene Weinen nicht mehr betört —

Manchmal   sollte man mal wieder lachen
Um wieder wissen zu können, was Traurigkeit ist
Und stumme Schreie laut werden lassen
Weil stummes Klagen niemandem hilft
Erst recht nicht der regnenden Seele.


        © Dominik Alexander / 2024
        © Piyapong Saydaung (image)

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