Zuweilen verfluche ich die Meerenge in meinen Gedanken
So sehr ich ohne Schranken zu denken vermag
So gering schätze ich die Zeit
Die all das Zaudern, Zagen, Zögern mich inne halten lässt
Weit entfernt vom Handeln —
Weit entfernt ist die kindliche Freude
Am tätigen Spielen in den Tag hinein
Ohne Denken etwas ausprobieren
Ohne Plan, Ziel, Zweck das Leben karikieren
Stell dich nicht so an —
Stell dich deinen inneren Zwängen
Säuseln die Melodien in meinem Kopf zur Schlafenszeit
Kleinigkeiten sind stets furchtbar wichtig
Wenn Perfektion das Handeln lähmt
Nichts als Aufruhr innerlich —
Nichts als plakatives Schweigen
Äußerlich die stets entspannte Zuversicht
Ich muss heute pünktlich Feierabend
So viele Projekte
So viel zu tun
Heute Abend noch ein Buch beenden
Dann vielleicht noch die Kurzgeschichte beginnen
Nein, die andere
Du weißt schon
Die ich schon im vergangenen Jahr
Nein, die ganz andere
Naja, wenn sie fertig ist
Bring ich sie mal vorbei —
Bring ich in diesem Jahr etwas fertig
Dann hoffentlich, weil ich sie endlich gefunden habe
Diese Stille im Kopf
Diese Leere einmal nicht füllen wollen
Sondern herausschreiben ins Licht.
© Dominik Alexander / 2024
© Christian Marohn (image)