Ich schwebe an meinen Platz
Der das Denken verschlingt
Draußen weht mir der kühle Wind
Inspirationen um Augen und Ohren
Fühle mich jeden Morgen wie neu geboren
Doch irgendetwas hindert mich
Alle Gedanken über den Tag
In meinem Kopf zu behalten
Und sie dann zu gestalten
In einen neuen Text hinein —
Was es ist
Das mir den Tatendrang nimmt
Sobald die Erdkugel die Sonne über die Schulter gleiten lässt
Sind Arbeitsroutine
Arbeitsgespräche
Arbeitserklärungen
Arbeitsdebatten
Die Jagd nach dem Mittagessen
Oder das vergessene Mittagessen über einem besonders kniffligen Layoutprojekt
Version Eins verwerfe ich selbst
Mit Version Zwei ist Kollege Eins nicht zufrieden
Über Version Drei rümpft Kollege Zwei die Nase
Version Vier hat fast alles
Doch irgendetwas fehlt
Mit Version Fünf sind alle einverstanden
Weil es heute irgendwann noch raus muss —
Der Anfang ist immer schwierig
Denn alle und alles zerren begierig
Am Neuen und testen aus
Was kann der Kollege ertragen
Kannst du das auch noch machen?
Und das und das und das?
Nein sagen können reicht nicht
Man muss es begründen
Das ermüdet an den meisten Tagen
Und lässt kaputt in die Polster sinken
Am frühen Abend
Irgendwann am späten Abend
Bleibt kaum noch Zeit
Das Mittagessen nachzuholen
Wann habe ich zuletzt genussvoll und selbstvergessen ein Buch verschlungen?
Für die Kunst ist Routine tödlich
Oft drehe ich mich mit meinem Denken am Abend im Kreis
Mit dem Denken der vorigen Tage
Früher habe ich früh und spät Radio gehört
Jetzt bin ich froh um jede ruhige Minute
Sollte der Krieg auch zu uns kommen
Ich bekäme es gar nicht mit —
Irgendwann werde ich ausbrechen müssen
Aus der Routine
Aus dem immer Gleichen
Aus dem stets Ungleichen
Aus den kleinen Aufgaben
Wieder zur Lebensaufgabe hin:
Dem längeren Text.
© Dominik Alexander / 2024
© Dominick Vietor (image)
Ja, es ist sehr frustrierend, wenn einem gerade noch die Inspirationen “um die Ohren fliegen” und wenn man dann endlich Zeit hat, hat einem das Umfeld schon die Seele gefressen. Ja, Routine kann ein Killer sein. Doch gibt es ja gerade in der Literatur Beispiele von Autoren, die jeden Tag ein bestimmtes Maß an Zeilen fabriziert haben. Eigene Welt….
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Es gibt natürlich einige sehr bekannte Beispiele von Autoren, deren Frauen den ganzen Haushalt geschmissen haben, während er sich der Schreiberei widmen konnte. Ich sage nur: Johannes Freumbichler, Großvater Thomas Bernhards. Aber natürlich noch bekanntere, die es ohne Ehefrau oder finanzielle Gönner nicht weit gebracht hätten. Ich selbst habe durchaus einen Plan: 4 Uhr aufstehen, Frühstück, 5-7 Uhr schreiben, 7:30-15 Uhr Arbeit, 18-21 Uhr schreiben. Sieht händelbar aus, scheitert aber in der Realität an Selbstdisziplin und unwägbaren Kleinigkeiten sowie Ablenkungen. Zudem lässt sich die Muse nicht zwingen. Literatur wird zwar gern als Handwerk verkauft, das sich lernen lässt. Aber dann klingt eben auch alles gleich und austauschbar.
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Ja, die Spezies Mäzen ist rar geworden. Das Bürgertum hat kein Geld mehr und der neue Geldadel müsste das Wort erst nachschlagen. Ich bewundere jede/jeden die/der nicht aufgibt. Alles Gute!
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Beautiful ❤️💗
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NICE ❤️🌷🌺
Blessed and Happy evening from 🇪🇦
Greetings 👋🇪🇦🫂
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