das leben ist doch ohnehin immer nur traum
raunte er sich selbst zu
versuchte dabei zu schlafen
an nichts zu denken
oder wenigstens nur
an die schönen dinge
die
wie viel zu oft gesagt wird
sein leben prägten
in seine haut hinein
ins hirn
bis nichts mehr übrig blieb
keine leinwand mehr
kein freier platz
um neue gedanken zu denken
um neue erinnerungen entstehen zu lassen —
wenn der schmerz im kopf
mal für eine sekunde
ins dunkel der nacht schwindet
wäre ihm schon geholfen
so muss er regelmäßig
unbeholfen
mit schiefer schlafanzughose
ins bad wanken
die schlafzimmertür ist eine hürde
die er bis gestern stets
wenn auch mit etwas mühe
zu überwinden vermochte
ab heute nacht
überwinden die umstände ihn
die umstände sind
seine schief sitzende schlafanzughose
die verlegten hauspantoffeln
die immerzu
woanders stehen
und nie da
wo er sie zuletzt gesehen hat
wie er glaubt
nicht einmal mehr denkt —
versuche der erinnerung
versatzstücke
die auftauchen
auf den denkbar
ungeeignetsten
momentanen
erinnerungsinseln
das boot ist noch gar nicht richtig an land
da ist ein fuß schon
im wasser
kann gar nicht richtig schwimmen
weil er am körper hängt
und der körper hängt
am kopf
der bei allem
und das jeden tag ein stück mehr
ins trudeln gerät —
licht am tag
ist nur noch ein blinken
aufblitzende funken
die in einem moment alles erleuchten
was zuvor war
dann
hinter der nächsten ecke verschwinden
sich
unter den teppich verkrümeln
ausharren
bis er sich einfach
nicht
mehr
erinnern
kann —
wo war nochmal der lichtschalter —
das bad muss doch zu finden sein —
wo ist die schlafanzughose —
am liebsten
würde er
in die steckdose
greifen
um was zu tun —
er
weiß
es
nicht
mehr.
© Dominik Alexander / 2024
© Reimund Bertrams (photograph)