Klage an der Elbe gegen das Hirn

Am Ufer der Elbe ziehen wir zu Felde
Wollen Getreide formen zu wolkigen Kreisen
Wollen Schneisen hauen
Ins verbrannte Stroh
Doch da steht nur ein Dixie-Klo
Wo ein Hotel sein sollte —

So viele Konjunktive
Kaum noch Realität
Ist es vielleicht doch bereits zu spät?

Nichts ist zu finden
Unter den Linden
Die Einsame meiden
Wer meidet hier wen?
Das Subjekt das Objekt
Oder umgekehrt?

Wer sagt es mir
Hier und dann
Gehen wir über Bohlen
Aus Holz und verbrannt
Das Hirn kann nicht entscheiden
Will es auf stumm schalten
Oder auf dumm
Oder rundherum sich im Kreise drehen
Ohne sich umzusehen —

Stets nur im Kreis seiner Träume
Ohne Gedankenzwischenräume

Dereinst werden wir sein
Kurz und klein
In der feuchten Erde
Oder auf dem Rücken der Pferde
Ein Himmelreich gründen
In tiefen Pfründen
Golden und klar
Wunderbar —

Dereinst werden wir die Einsamkeit verwalten
Sie ausgestalten
Zum langweiligsten Ort
Wo sich jede Seele immerfort nur umbringen will
Was sie nun nicht mehr kann
Weil sie unsterblich ist
So ein Mist!

Steht ihr auf der Stirn
Wo ist nur mein Hirn
Wenn man es braucht.


        © Dominik Alexander / 2024

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