Obelisken des Gleichmuts

ich tanze mit den fliegen um das einzige licht im raum —

selbstverständlich bin ich in einem traum —

in dem eines anderen —

doch ich weiß das nicht —

und der andere —

ist mein anderes ich —

das ich ist nicht schizophren —

die fliegen sind es —

eine wie alle anderen —

sie fliegen um das licht und denken immer nur daran, eine andere fliege zu sein —

drosophilae melanogaster im mitternachtslicht —

vergesst nur nicht, das licht abzuschalten, wenn ihr den raum verlasst —

ich kann das nicht auch noch tun —

ich muss ja schlafen —

in meinem traum —

muss an meine obelisken des gleichmuts denken —

sie stehen gleich südlich des mittelmeers, hinter der stadt, rechts vom linken sandkorn, inmitten der wüste, doch in rufweite der urbanen peripherie, vor der gruppe der pyramiden, deren schattenspitze genau um fünf uhr dreiundzwanzig ortszeit am nachmittag den punkt berührt, wo die obelisken einst standen —

nachprüfen lässt sich das heute nicht mehr —

doch es ist wahr —

so wahr die fliegen um das einzige licht im raum tanzen —

so wahr ich traumlos in meinem traum liege —

so wahr die einzige wolke am himmel sich ihr wasser über meinem kopf auswringt —

so wahr ich hier schlafwandlerisch stehe und mich in gleichmut übe —

anderntags habe ich all das vergessen —

nur die fliegen tanzen noch immer um das einzige licht im raum —

wie in einem traum.


        © Dominik Alexander / 2024

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