die tage fühlen sich nicht mehr frei
sie kleben aneinander wie kaugummi
keiner will vom anderen ein stück haben
sie wollen eigenständig sein
und lassen sich so fallen
in die nacht und in den nächsten tag
ohne einen abschluss zu finden
ohne mal kurz besinnungslos zu sein
dann taumelnd etwas neues finden
das alte hinter sich lassen
das gibt es längst nicht mehr
alles alte kehrt als farce zurück
als gäbe es keinen grund für innovationen
stets taucht ein tot geglaubter wieder auf
die tümpel der geschichte sind auch nicht mehr das
was sie einst waren
was einst der treibsand verschlungen
kehrte erst im museum ans licht zurück
jetzt kehren die zombies wieder
die untoten mit ihren destruktiven ideen
die schon einmal alles in grund und boden
doch ideen leben weiter
so lange im untergrund
bis die untoten sie aus den grüften holen
sie in neue tage werfen
und glauben
mit den alten ideen wird alles besser
so gut, wie es früher nie war
die politik hat längst aufgehört
politik zu sein
sie verhandelt hinter schloss und riegel
oder im sommer in edlen schlössern
bei vergiftetem wein
hat den bezug zu den menschen längst verloren
ist ihre eigene erhabene kaste
und ist gut darin luftschlösser zu bauen
in denen die bürger bereitwillig wohnen
sie lieben es belogen zu werden
doch eben so sehr in herden zu wandeln
sie schelten immer lieber die da oben
dass sie kedite aufnehmen
für ihr häuschen, wägelchen, gärtchen und dritturlaub auf den malediven
auch wenn sie genau wissen
dass ihre kindeskinder das noch werden abbezahlen müssen
poltiker sind durchaus am kapitalismus schuld
doch nicht am konsum
das macht jeder mensch schon selbst für sich
und an und für sich sind auch wünsche nur dafür da
dass jeder ein ziel hat
für das er arbeiten kann
angeflogen wird es nicht kommen
kam es nie
auch jat es niemand je gebracht
wenn das mal jeder verinnerlichen würde
hätten wir jetzt nicht schon wieder nacht.
© Dominik Alexander / 2024