Dumpf wühlen sich Töne
Mit umwölktem Gedröhne
Aus einem beleuchteten Kellerloch
Lauscht doch
Ihr Ohren
Ja, ihr seid auserkoren
Diesen Geräuschen nachzugehen
Wenn wir sie schon nicht sehen
Die gesichtslosen Gestalten
Die ihre Musik verwalten
Gedanken nur nachschreien können
Anders Gedachtes missgönnen
Zuerst denke ich an Nazilieder
An Glatzen in braunem Gefieder
Bis ich hören kann
Was dem Keller entrann
Dieser Schrei nach Liebe
Gelegenheit macht Diebe
Die Verhältnisse sind heute umgekehrt
Die Intelligenz belehrt
Die eigenen Leute
Während die eigentliche Meute
Sich immer tiefer in die Sümpfe wühlt
Alles ist nur noch gefühlt
Nichts mehr gedacht
Sinnhaftigkeit wird verlacht
Dummheit ist das Maß der Zeit
Niemand ist mehr bereit
Aus sich selbst heraus zu schaffen
Jeder kann nur noch begaffen
Mit dem Finger darauf zeigen
Was die anderen vergeigen
Keine Hilfe anbieten
Diesen politischen Nieten
Der Sinn liegt heute im Malen nach Zahlen
Im Ungefähren und Fahlen
Übers Wetter zu reden ist bereits politisch
Alle äußern sich kritisch
Wenn überhaupt
Übers Staatsoberhaupt
Der sich an nichts erinnern kann
Und nur dann und wann
Einen Kanzler spielt
Worauf all das nun abzielt?
Auf den Rückzug der Intelligenz
Auf den Aufstieg der Intransigenz
Auf Schreie nach Liebe aus dem Keller
Bald vielleicht kaum noch Brotkrumen auf dem Teller
Wenn hier der Krieg Einzug hält
Was den Rechten gefällt
Und der Kriegsindustrie
Man muss es nur geschickt anstellen irgendwie
Mit dem Strom schwimmen eben
Dann hält das Leben
Noch eine Weile an
Doch wer finanziert das dann?
Etwa Gescheiterte von der FDP
Wenigstens tun sie im Keller niemandem weh
Schließt die Türe ab
Werft den Schlüssel ins Grab
Schaufelt Erde hinein
Und danach obendrein
Singt noch Lieder
Über die abgestorbenen Glieder
Der alten Gesellschaftsschicht
Die noch aus dem Grab die Normen bricht
Von welcher Kraft spreche ich hier
Von dieser kleinen in mir
Und dir
Im wir
Die man landläufig Hoffnung nennt
Und doch immer trennt
Vom Gewissen.
© Dominik Alexander / 2024