Morgens ist das Leben noch heiter

Morgens ist das Leben noch heiter
Dann springen wir vom Warmen in die Kälte hinein
Wollen immer weiter
Zum Greifen sind alle Träume aus der Nacht
Und wer hätte das gedacht
An einige von ihnen erinnern wir uns noch
Wenn wir zur Arbeit gehen
Oder uns in Panzern fahren lassen
Autos, so groß wie ein Krieg
Ganz nahe vor dem letzten Sieg
Der den Weltfrieden über die Lande fegt
Auf dass sich danach kein Kiesel mehr bewegt
Doch ich schweife ab
Das bringt mich noch mal ins Grab
Weshalb komme ich immer wieder
Von etwas Schönem
Zu dem Teil
Über den ich oft nur stöhnen kann
Vom Schönen ist es nur ein kleiner Schritt
Den laufe ich noch mit
Und bin schon tief im Schlechten drin
Nach dem mir gar nicht steht der Sinn
Doch wenn ich daran denke
Sind es doch die scheußlichen Dinge
An die wir uns klammern
Wie an einen Baum im Orkan
Nur hinzufallen hilft dabei
Wieder aufstehen zu können
Wer zu lange steht
Glaubt
Dass daran nichts Schönes mehr ist
Was kommt denn schon nach dem Endsieg
Doch nur eine spannungslose Zeit
Entbehrungsreich ja
Doch ohne Höhepunkte
Eine Talsohle
So grau wie die Rückseite des Mondes
Schonungslos lassen wir uns fallen
In tiefsinnige Gedanken
Glauben daran
Dass schöne Worte uns zu den Träumen führen
Doch die wahren Träume gibt es nur in der Nacht
Und sind wir erwacht
Führt uns nur die Tat zurück auf den Berg
Von wo wir die Wolken schauen
Und den ewig blauen Himmel
Wo es einfach nichts anderes gibt
Wo Überfluss nicht unsere Sehnsucht trübt
Darauf einfach zu leben
Schlicht zu sein
Wo wir nachts die Sterne noch sehen
Wenn wir nicht schlafen
Morgens ist das Leben dann wieder heiter
Und bleibt es
So lange wir von dort
Nicht wieder zu den Panzern gehen.


        © Dominik Alexander / 2024

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