die nacht wirft sich in ihr dunkles kleid
die zweige des waldes wissen bescheid
wir können heute nur einen weg gehen
der uns alles mitgibt vom geschehen
geradewegs in den untergang hinein
so können wir am ende nicht mehr sein
doch haben wir es wenigstens versucht
und nicht nur alle anderen verflucht —
der weg des geringsten widerstands
sucht sich schneisen des flächenbrands
er will rechts und links nichts sehen
will immer nur geradewegs gehen
ins religiöse schicksal hinein
will sich selbstsicher fühlen und klein
will auffallen um keinen preis
will glauben jeden erlogenen scheiß —
am freitag abend gegenwind zu spüren
ist fast zu viel der starallüren
wenn reiterstaffeln in die bresche springen
mag polizeigewalt auch gelingen
für den moment mögen sie in der überzahl sein
doch hauen sie später alles kurz und klein
sind wir bereit für den finalen akt
schlagt nur weiter euren rechten takt —
einfache unwahrheiten wollt ihr wählen
um uns denkende damit zu quälen
statt buntfernsehen wollt ihr das grauen
das kann man sich doch nicht mehr anschauen
diese welt von vor fünfzig jahren
irgendwo haben wir uns wohl verfahren
sind falsch abgebogen in der vergangenheit
sind aufgewacht in dieser verlogenheit —
wenn ich an politik denke in dieser zeit
fühle ich mich zu recht vielem bereit
wenn ich die speichelleckenden marionetten sehe
während ich mich mit der vernunft im kreise drehe
auf dem weg des geringsten widerstands
verkümmert jeder winzige keim des verstands
deshalb müssen wir wohl den langen pfad gehen
um nicht eines tages völlig stillzustehen.
© Dominik Alexander / 2025