Spüre ich denn den Zorn am Nachmittag
Schleppe mich die Treppe hinunter
Gehe aus der Tür auf die Pflastersteine
Das Rad fühlt sich kalt an
Da landet eine Schneeflocke auf meiner Hand
Ein Blick nach oben
Ja, da sind Wolken
Wie schon den vorigen Tag
Jetzt ist beinahe wieder Abend
Doch ich habe noch ein Ziel
Weiter weg von zu Hause
Fahre daran vorbei
In die Stadt hinein
Noch immer taut die Schneeflocke auf meiner Haut
Verbindet sich
Klammert sich fest
Und ich mich an sie
Solange sie lebt …
Vielleicht schaffe ich es doch noch im Trockenen nach Hause
Nein
Der Rückweg ist so anders als mein Weg hierher
Dorthin
Da ich nun auf der anderen Seite der Straße
Wieder nach Hause eile
Sehe ich nichts mehr
Klatschen die nassen Schneeflocken
Auf meine Brille
Auf meine Hose
Die schon an den Oberschenkeln klebt
Die meine Mütze aufweicht
Auf meiner Jacke bleiben die kleineren Flocken liegen
Klammern sich wieder an mich
Begleiten mich ein Stück
Gehen in meiner Jacke auf
Ja
Der Weg bleibt mir auf der Rückfahrt verborgen
Alles rauscht an mir vorbei
Ich kenne den Weg
Könnte ihn mit verbundenen Augen…
Vielleicht doch nicht
Ist sicherer ohne
Manchmal wundere ich mich über andere Fahrradfahrer
Die mich überholen
Und dann versuchen von mir wegzukommen
Ich nehme den willkommenen Windschatten dankbar an
Bis zum kurzen Stück mit den schützenden Bäumen
Auf der anderen Seite steht eine Allee Wahlplakate
Teilweise liegen sie am Boden
Ich kann nur vermuten
Meine beiden Stimmen habe ich eben zurückgelassen
Jetzt hilft nur noch die Einsicht des Volkes
Darauf zu hoffen ist müßig
Sie sieht genauso aus wie der Weg vor mir
Schlammig
Wie der Himmel über mir
Bedeckt
Wie die Luft um mich herum
Kalt und undurchdringlich.
© Dominik Alexander / 2025