Sonntagsfrage: Ist Weltpolitik nur eine Seifenoper?

Weltpolitik ist doch seriös. Denn immerhin kommen regelmäßig die klügsten Köpfe aller Länder zusammen, um sich konstruktiv – im Sinne ihrer jeweiligen Bürger – miteinander auszutauschen, Abkommen zu schließen, um am Ende mit großem Elan auseinanderzugehen, um zum Wohl der menschlichen Zukunft die vereinbarten Pläne umzusetzen. So weit die Utopie. Nachfolgend versuche ich mich an der Realität.

Was mache ich, wenn ich morgens aufwache? Noch bevor ich ins Bad gehe? Noch vor dem Frühstück? Genau, ich schaue in meiner Nachrichten-App, ob in der vergangenen Nacht die Welt untergegangen ist oder ob sich das Aufstehen doch noch mal lohnt. In letzter Zeit fällt mir das jedoch jeden Tag schwerer. Dabei läuft bei mir bereits seit Jahren nur noch der Deutschlandfunk, und der ist doch eigentlich seriös, oder? Denn Journalismus sollte doch neutral sein, also in keine Richtungen wertend und alle Stimmen berücksichtigend, oder?

Falsch! Journalismus soll darstellen, was ist und in Kommentaren, was sein könnte, unter Berücksichtigung und Einordnung dessen, was gewesen ist. Und das betrifft insbesondere die Weltpolitik. Doch wenn ich heute den Deutschlandfunk einschalte, höre ich immer öfter Selbstreflexionen und Fragen ans Publikum: Was sollen wir wie darstellen? Was triggert euch? Sollen wir das weglassen oder genügt eine Triggerwarnung in Sendezeitlänge einer mittleren Reportage? Welche Themen sollen wir bedienen? Welche Menschen sollen wir interviewen? Wünscht ihr Faktenchecks oder sollen wir euch zutrauen, dass ihr alles selbst einordnen könnt?

Diese Art von Fragen mögen ernstgemeint sein, jedenfalls von ein paar Leuten, die echten menschlichen Kontakt zu ihren Hörern, Lesern oder Schauern haben. Doch wenn es hart auf hart kommt, sprich: die Einschaltquote, zählen nur noch Zahlen, keine Fakten. Da bestimmt dann plötzlich wieder das, was in den DAU-Blättern steht oder was laut Medienanstalten meinen, die Mehrheit interessiert. Die Boulevardisierung der Presse ist längst so weit fortgeschritten, dass es keinen Weg zurück mehr gibt.

Wird noch beendet; bis dahin: Anregungen gerne in die Kommentare.


        © Dominik Alexander / 2025

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