Die Heimkehr

Die Schafgarbe röchelt
Der Wind brandet auf
Die Blätter fliegen
Von mir fort
Zu dir
Glaube mir
Ich schwebte zu dir
Wenn ich könnte
Du bist mein Leib
Ich schaue dein Antlitz
In mir verfängt sich
Dein Atem
Ist es denn Zeit
Die Knospen zeigen sich
Sie fächern die Blütenblätter auf
Vergehen im Dunst des Abends
Es zeigt sich
Ein Bild
Am Horizont
Der Magen krampft sich zusammen
Vor Wonne
Die Sonne senkt sich
Umschließt den Leib
Meiner vergangenen Zeit
Ein Haus steht in Flammen
Die Ratten ziehen von dannen
Schon wieder zieht ein Sturm auf
Dann ist der Regen nicht mehr weit
Seit ich hier sitze
Ist mir kein Mensch mehr begegnet
Und wenn es nun regnet
Habe ich gar keinen Schirm
Sage mir
Scheusal
Weshalb bist du immer so
Grausam
Zu mir
Wir könnten uns doch auch einfach
Vertragen
Sage mir
Weshalb fallen die Schatten
Auf die andere Seite
Deiner verbrannten Stirn
Ich erkenne etwas in mir
Da ist so ein Leuchten
Das ersteht
Während die Welt
Um mich herum untergeht
Was bewegt sich da
Im Gras
Zu deinen Füßen
Willst du es wissen
Soll ich nachsehen
Wirst du mir vergeben
Dass ich dir dein Leben
Nicht zur Hölle gemacht habe
Immer sagst du
Dir ist zu kalt
Immerzu ist dir zu kalt
Sogar im Sommer
Bei vierzig Grad im Schatten
Eigentlich
Will ich dein Gejammer nicht mehr hören
Da ist immer so viel
Negativität
In deiner Stimme
Dann kräuseln sich deine Lippen
Deine Stirn bekommt tiefe Runzeln
Dann muss ich lachen
Weil du so aussiehst wie
Wenn ich dir das sage
Schlägst du mich nur wieder
Und verschweige ich es dir
Schlägst du mich noch viel mehr
Nie kann ich es dir
Recht machen
Links bist du
Sagst du mir am Abend
Wenn ich einfach mal wieder
Nur meine Ruhe haben will
Links bist du
Sagst du
Und meinst vielleicht link
Oder auch dumm
Sei es drum
Irgendwann musst du doch mal wieder
Luft holen
Dieses Atmen ist doch der Grund
Weshalb ich überhaupt nur noch
Existiere
In deiner Nähe
Geht jedes Lebewesen zugrunde
Dann kehrt es heim
Wie man sagt
Heimkehren ist
Sterben
Ich sage
Ich will einfach nur nach Hause
Und meine
Sterben
Ich will heimkehren
Heißt
Sterben
Aber nicht tot sein
Diesen Unterschied
Verstehst du natürlich nicht
Weshalb solltest du
So etwas Grundlegendes auch
Verstehen
Untergehen
Ohne dich
Das ist mein Lebensziel
Übriggeblieben
Weil aus allen anderen Lebenszielen
Nichts geworden ist
Heimkehren werde ich doch noch schaffen
Denke ich
Wenn du dich mir nicht wieder
In den Weg stellst
Und mir sagst
Ich soll den Müll mitnehmen
Wenn ich am Abend
Noch einmal
Das Haus verlasse
Immerzu muss ich noch etwas mitnehmen
So findet dieses Gedicht hier
Doch nie
Ein Ende.


        © Dominik Alexander / 2025

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