Ich wünsche mir Stille, wo das Laute herrscht
Ich möchte sehen, wo es dunkel ist
Ich würde gerne rufen, wo jeder schweigt
Ich halte aus, wo jeder jeden anzeigt —
Ich lasse nicht zu, wo alles offen steht
Ich bete nicht, wenn jemand eine Straftat begeht
Ich merke auf, wenn Anmerken zu wenig ist
Ich gebiete, wenn Gebote nur Vermögenden nützt —
Ich glaube nicht, wenn ich wissen kann
Ich versinke ins Zweifeln dann und wann
Ich weine, wenn ich alleine bin
Ich vermisse hinter vielem den Sinn —
Ich wage, wenn es nichts zu verlieren gibt
Ich versuche zu mögen, wer mich liebt
Ich lache auch von Zeit zu Zeit
Ich hoffe, dass etwas von mir bleibt.
© Dominik Alexander / 2025
© Thomas Breher (image)