Augenblicksdenken

Ich sitze am Ufer der Elbe
Und versuche zu schreiben
Worte aus mir heraus
Ideen in mich hinein
Wozu schreiben?
Wozu denken?
Wozu Gefühle lenken
In eine bestimmte Richtung?
Komm schon
Sag es mir
Mein unsichtbarer Freund
Auf der anderen Seite des Flusses
Von Sommermücken verhangen
Unbefangen
Auch hier sind es
Die Lichter der Großstadt
Die Stimmen
Doe vorüberziehen
Ein griechischer Satz
Den ich nicht verstehe
Und der sich deshalb
Poetischer anhört
Als die deutschen Stimmen
Von der Brücke
Die hier noch steht
Menschliche Stimmen
Schweben auf einem fliegenden Klangteppich
Motoren von der Straße
Abgase
Schnarrende Fahrradketten
Betten
Mit weichen Kissen
Ungewissen
Lasst mich doch durch
Ich bin Arzt
Höre ich jemanden klagen
Geht es um mich?
Nein
Nicht heute
Ich rieche Gras
Doch ich rauche nicht
Ich sehe ein rotes Licht
Doch ich suche nicht
Augenblicksdenken
Tut einfach mal wieder gut
Ist langfristig gesehen
Unbequem.


       © Dominik Alexander / 2026

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