S U che Schutz im Lächeln eines Fremden
Heute ist so eine Zeit
Versuche nicht, auf sie zu warten
Umarme sie
Doch lass sie wieder los
Um dir den eigenen Blick nicht zu verstellen
Wenn hinter dir die Hunde bellen
Muss es nicht heißen, dass sie sich in deinen Waden verbeißen
Wollen heißt nicht kriegen
Es hilft jedoch
Den eigenen Schweinehund zu besiegen
Den Tag einfach zur Nacht mal machen
Der Mittagsschlaf ist hier nicht zwingend gemeint
Doch wenn draußen die Sonne nicht scheint
Das einfach auch mal akzeptieren
Sich nicht gerieren
Exaltieren
Lieber frieren
Unter die warme, flauschige Decke hüpfen
Das Kuscheltier herzen
Es hat das verdient —
M A le Gedanken in die Welt
Dazu braucht es wenig Geld
Ein wenig Anstrengung ist geboten
Denn nicht nur Zoten sollst du weitertragen
Sondern einfach mal was wagen
Wie wäre es mal mit
Na, sagen wir mal:
Zu Fuß gehen
Klingt dir das zu abgehoben
Zu sehr nach gestern
Oder mehr nach übermorgen?
Also nach der nächsten Flut
Nein, du musst noch keine Arche bauen
Einfach nur mal schauen
Wer deine unmittelbare Hilfe braucht
Gedankengerüste brauchst du dafür nicht
Nur einen bunten Stift
Vielleicht auch einen zweiten
Und dann ab mit dir an die frische Luft
Den Nachbarschaftsmief eingesogen
Und schauen, wo ein buntes Bild ein Lächeln schenken kann —
T R A ge die Freude in deinen Augen
Nimm sie mit nach draußen
Tupfe sie behutsam auf den grauen Alltag
Reiße die Menschen mit
Wo sie bisher nur verharren
In sich selbst hineinstarren
Sich in Zwiegesprächen verfangen
Du darfst ruhig dorthin langen
Wo es weh tut
Werden die Menschen an ihren wunden Punkten ertappt
Reagieren sie erstmal eingeschnappt
Lass dich schnappen
Lass sie dann nicht einfach los
Fall mit ihnen
In den tiefsten Kerker
Denn gemeinsam klettert es sich einfacher wieder nach oben
Aus den Löchern der Tragik hinaus
Ins Freie
An die frische Luft
Mit dem guten Duft der bunten Bilder
Die du vorher schon verteilt.
© Dominik Alexander / 2024