Windsammler

Am Abend sammle ich noch etwas Wind
Weil meine Augen müde sind
Vom schniefenden Verweilen
Will doch viel lieber durch die Landschaft eilen
Durchs stetig wärmendere Grün
So nähme ich denn auch die anderen Menschen hin
Die mir hier und da begegnen
Sie müssen mich ja nicht gleich segnen
Wenn heut auch Ostermontag ist
Und kaum jemand seine Arbeit vermisst
Stattdessen ruhe ich auf dem Balkon
Und rücke meinem Hirn zuleibe
In meiner Bleibe
Direkt unter dem Dach
Im Sommer droht hier Ungemach
Durch hohe Temperaturen
Und sonstige klimatische Spuren
Des Wandels unserer Zeit
Wer ist denn heute noch bereit
Sich dauerhaft zu konzentrieren
Eine Krankheit darf mir nicht passieren
Und stiehlt mir doch das Osterfest
Gibt mir heute noch den letzten Rest
Der Wind flaut auf
Ich deck mich drauf
Entschwebe in die unendliche Zeit.


        © Dominik Alexander / 2024
        © Piyapong Saydaung (image)

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