Sonnet #65: Krähenzeit

Die Krähen sehnen schon das fette Aas
Das einst die Menschheit hinterlassen wird
Denn sie vermisst schon lang das rechte Maß
Die Hirne scheinen jeden Tag verwirrt
Bei Wohlstand bleibt der Anstand auf der Strecke
Vergeudet wird das Wasser in Fontänen
Die Krähen stecken unter einer Decke
In Menschenaugen liegen keine Tränen
Wenn Mücken über Menschenköpfen kreisen
Und Tauben gurren laut am Wegesrand
Wenn Züge zieh’n auf vorgebahnten Schneisen
Dann ist der Einzelne nur Unterpfand
        Die Nacht senkt sich hinein ins stille Wasser
        Dem Schicksal gilt der Mensch nicht als Verfasser.


        © Dominik Alexander / 2024

Thanks for sharing your thoughts!

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.