einmal noch für ein bisschen frieden

hier geht es ja nicht um den weltfrieden, dachte er. um den weltfrieden geht es schon lange nicht mehr. der zug ist ja abgefahren, wie so vieles abgefahren ist derzeit. außer den zügen. die stehen kaputt in den bahnhöfen oder in den depots oder existieren schon gar nicht mehr. frieden ist am ende auch nur ein wort. ebenso wie krieg auch immer nur ein wort ist, das beim buchstaben k beginnt und beim buchstaben g endet. so eben auch frieden mit f beginnt und… es sollte klar sein, wohin das führt, dachte er. lief aber trotzdem weiter. zwischen den bäumen war es an und für sich schön, doch bereits kurz nach sechs an einem sonntag morgen waren hier so viele menschen, dass an frieden nicht zu denken war. da war er lieber f wie fix und ging entsprechend weiter und weiter bis zum nichtaufhörenzugehen. und das alles für den frieden. für ruhe im ewigen diesseits ein nichts. so fühlte er sich manchmal, was aber immerhin schon etwas näher dran war am frieden als krieg (dich noch). der wohnte gegenüber. ließ sich aber nie blicken. schickte ihm über whatsapp immer nur diese nachrichten. krieg (dich noch). er schrieb das genau so in klammern, weil er hintergründig daherkommen wollte. dabei war das schon sehr vordergründig. offensiv. und manchmal fühlte er sich auch ein bisschen bedroht. deshalb ging er jetzt zwischen den bäumen umher und suchte keine menschen. ohne mobiltelefon.


        © Dominik Alexander / 2026

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