22 Haltestellen

Monologisch schwillt die Stadtrundfahrt um den Zwinger. Alte Leute verstehen den Stadtführer nicht. Sie verstehen nur ihre eigenen Gedanken. Schrankenlos drehen sich die Busräder um ihre grauen Haare.

© Dominik Alexander / 2023

Zug der (hundert mal) Zehntausend

Der Sommerwind spielt mir Gedanken vor die Augen
Die ich nie gesehen habe
Ein Zug von zehntausend Menschen
Fern der Heimat

© Dominik Alexander / 2023

Gesammelt. Gejagt. Gehalten. Verzehrt

Wann ist der Mensch vom Sammler zum Jäger geworden?
Richtig: mit der Waffe in der Hand
Fand er, wie er auch ohne Verstand
Zur Krone der Schöpfung sich geriert

© Dominik Alexander / 2023

Wann ist ein Krieg schon zu Ende?

Wann ist ein Krieg schon zu Ende?
Die Waffen schweigen
Doch der Schmerz schreit aus tausenden Herzen
Die toten Väter und Mütter

© Dominik Alexander / 2023

Sonnet #29: Störung

Ein wildes Rauschen streift durch seinen Geist
Der Kriegszustand verlangt nach scharfer Störung
Bis jetzt hat er ihn hingenommen meist
Wie unter marktwirtschaftlicher Betörung

© Dominik Alexander / 2022

Indestructible / Unverwüstlich

Living in the bitter fate of resilience I watch the bombs fall //
Leben im bitteren Schicksal der Unverwüstlichkeit Ich schaue die Bomben fallen

© Dominik Alexander / 2022

Vor dem Anfang

Vor dem Anfang gab es nichts, über das jemand hätte sprechen können; vor dem Anfang gab es niemanden, der etwas hätte sagen können.

© Dominik Alexander / 2022

Mit schlafwandlerischer Unsicherheit

Scheinbar sehnen wir uns nach Krieg
Und hoffen, Putin würde endlich den letzten Schritt gehen
Wo bleibt sein Gang über den Rubicon
Der in seinem Fall der Seim wäre

© Dominik Alexander / 2022