Was soll ich sagen?
Soll ich’s wagen?
Zu konstatieren
Dass ich die Adventszeit nicht sehr mag?
Überall hör’ ich nur Klagen
Und Sagen von der guten alten Zeit
Dass früher alles besser war
Und heut’ die Weihnachtsmärkte
Überlaufen
Ist alles nur noch Kommerz
Was schenk ich dir?
Ist längst die Frage nicht
Wie kann ich mich am besten darstellen
Indem ich dir etwas schenke
Das du von keinem sonst bekommen kannst
Kann ich’s mir leisten?
Nun
Kann ich es mir leisten
Es mir nicht leisten zu können?
Wozu gibt es denn Kredite?
Wer ist denn heute nicht verschuldet?
Und sterben werden wir ohnehin
Dann nehmen wir nichts mit
Erst recht keine Schulden
Was immer wir zu Lebzeiten über unsere Verhältnisse angeschafft
Ist schnell vergessen über Nacht
Wenn wir das Zeitliche gesegnet
Doch zurück zum Advent, Advent
Der Himmel war heut trüb, verregnet
Und gar nicht sehr gesegnet
Er brennt daher nur übertragen
Soll ich’s sagen?
Darf ich’s wagen?
Kein Kerzlein hat bei mir gebrannt
Nicht eins
Nicht zwei
Und nächsten Sonntag nicht mal drei
Hab’ keine Zeit für Rituale
Muss schreiben auf die Schnelle
Das Seelenheil aus mir heraus
Denn in der kühlen Mutter Erde
Fühl ich mich wohler allemal
Advent, Advent, ich hab’s verpennt
Am Vormittag erst aufgestanden
Zum kühlen Draußen mich gewandt
Und wie gebannt den Trost gesucht
Am grauen Himmel ohne Sterne.
© Dominik Alexander / 2023
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